Ich blicke ein letztes Mal in den Spiegel und weiß nicht, was ich fühle, während ich mich so anstarre. Mustere mich von oben bis unten und bin absolut nicht sicher, was ich denken soll.
Ein Seufzer und ich reiße den Blick von mir, um nach dem Schlüssel zu greifen.
Entmutigt gehe ich zur Tür hinaus und ziehe sie ein wenig lauter zu, als gewohnt.
Die Treppe runter schleichend, reiße ich die Tür auf und stolpere auf die Straße.
Die kleine Gasse ist mit Sonnenlicht geflutet und wirkt freundlicher als sonst. Ich dafür umso unfreundlicher.
Das liegt vielleicht daran, dass ich sie sonst nur zur frühen Morgenstunde begrüße.
Ich atme tief ein um die ersten Sonnenstrahlen für dieses Jahr willkommen zu heißen.
Es fühlt sich an wie ein kalter Frühlingstag, während ich durch die stadt laufe.
Trotzdem fühle ich mich schwer und schwimme einfach nur mit.
Bin nicht richtig da und auch nicht hier.
Und generell momentan nirgendwo.
Ich merke, dass das Gefühl zurückkehrt.
Dieses Gefühl von absoluter Einsamkeit in Mitten einer solchen Masse.
Passierende Masken, Hüllen ohne Charakter, ohne irgendeinen nennenswerten Inhalt.
Also schwimme ich einfach weiter, lasse mich treiben, weil ich ja doch nicht weiß, was ich sonst mit mir anfangen soll.
Ich versuche mich zu konzentrieren, doch meine Gedanken schweifen jedesmal erneut ab.
Ich wünschte mir jemanden mit einem Glas eiskalten Wasser, das er mir ins Gesicht schütten würde.
Doch das blieb aus.
Also ging ich stur gerade aus und kam irgendwann an diesen Ort, der mir so oft Kraft gegeben hat.
Ich blieb kurz stehen, um das Bild auf mich wirken zu lassen, als mir plötzlich jemand auf die Schulter klopft.